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Was ist Ibungu und wer sind wir?
Ibungu ist ein kleines Bergdorf in der Nähe von Ikuti mit ca. 550 Erwachsenen und 550 Kindern. Im Spätsommer 2005 reisten wir als eine Chor-Gruppe von 12 Personen der Gemeinde Rhein-Main auf eine Einladung der Partnergemeinde hin nach Ibungu.
Die Herrnhuter Brüdergemeine im Rhein-Main-Gebiet unterhält eine Partnerschaft mit der Brüdergemeine Ibungu in der Südprovinz Tansanias.
Die Idee war, sich durch gemeinsames Singen und Musizieren kennen zu lernen, sich über Erfahrungen und Werte auszutauschen sowie Gesichter zu den Namen aus der Partnergemeinde zu haben. Bei Chorproben, Ausflügen und vielen Gesprächen gelang dies gut.
Warum ist es wichtig, diese Region und dieses Dorf zu fördern?
Tansania hat eine seit 40 Jahren funktionierende Demokratie. Das Land ist friedlich, die organisatorische Struktur wird in vielen Regionen von den Kirchen gestützt, die Menschen sind aufgeschlossen und tolerant. Tansania nimmt mehr Flüchtlinge auf, als es Deutschland tut - in absoluten Zahlen! Und das bei einen pro Kopf Bruttosozialprodukt von wenigen hundert Euro.
Deutschland ist angesehen und geschätzt in Tansania, obwohl Tansania bis 1916 deutsche Kolonie war. Das erklärt sich u. a. dadurch, dass unter der deutschen Kolonialherrschaft große Teile der bis heute bestehenden Infrastruktur entstanden sind. Die Kontakte auch zwischen den Regierungen und auf diplomatischer Ebene sind vielfältig und gut.
Die Region um Ibungu ist christlich geprägt. Soziale Werte werden geschätzt, Kirche und Markt bilden die gesellschaftlichen Zentren. Die Menschen wissen, dass Bildung und umfassende Aufklärung die einzige Lösung für viele Probleme sind. Daher legen sie größten Wert auf Schul- und Ausbildung. Über 90% der Bevölkerung können lesen und schreiben, alle Kinder besuchen die Schule.
Die Menschen in Ibungu pflegen die Partnerschaft mit der Brüdergemeine Rhein-Main, es gibt seit Jahren Gastbesuche und Kontakt über Briefe und inzwischen auch per Mobiltelefon/SMS. Durch die bei unserem Besuch geknüpften Kontakte ist es uns möglich, Gelder und Güter zu 100% persönlich zu übergeben und einzusetzen. Das Engagement wie die Organisationstreffen der Partnerschafts-Ausschüsse auf beiden Seiten sind ehrenamtlich. Die Gelder werden nach Absprache verwendet und über den Erfolg wird berichtet.
Während unseres zweiwöchigen Aufenthalts in Ibungu lernten wir das dörfliche Leben und die Menschen kennen. Sie versorgten uns, zeigten uns ihre Arbeit, ihre Dörfer, Märkte, Schulen und ihr Land.
Fließendes Wasser und Strom gibt es in Ibungu nicht, jeder Baum muss mit Muskelkraft geschlagen und bearbeitet werden und auch die Aufforstung und Feldarbeit muss ohne Maschinen gehen. Die Männer betreiben die Land- und Forstwirtschaft, die Frauen organisieren das gesellschaftliche Leben, sind Lehrerinnen, pflegen Kinder, Alte und Kranke.
Für die Frauen im Dorf wäre eine Wasserleitung eine riesige Erleichterung. Das Wasser zur Versorgung der Familien wird aus einem nahen Fluss etwa 500 m steil bergauf getragen. Jede Frau ist mehrere Stunden am Tag mit Wasserholen beschäftig - eine Zeit, die zur Versorgung oder Pflege von Alten und Kranken oder zum Erlernen eines Handwerks sicher besser genutzt wäre. Der Rat der Frauen wünscht sich sehr, Wasser direkt im Dorf zu haben. Wir versuchen jetzt, diesen Wunsch der Frauen zu realisieren.
Technische Daten des Wasserprojekts
Uns schwebt vor, die Wasserleitung so einfach wie möglich zu bauen, das heißt, eine Quelle auf dem gegenüberliegenden Berg zu nutzen (etwa 400 m Höhenunterschied) und durch Eigendruck das Wasser durch das Tal nach Ibungu zu leiten. Die direkte Entfernung beträgt gut 2 km, die Druckleitung führt einige hundert Meter durch ein Tal und dann hinauf zum Gelände der Kirche von Ibungu. Dort steht auch das Küchenhaus der Gemeinde. Die Leitung wird also eine Länge von etwa 3km haben müssen.
Dieser Weg hat gleich mehrere Vorteile gegenüber den Varianten, Fluss- oder Brunnenwasser nach Ibungu zu pumpen:
- das Quellwasser ist deutlich sauberer als das Flusswasser
- man benötigt keine Pumpe, kein Benzin-Aggregat, kein teures Benzin, keine Wartung oder technische Ersatzteile
- die Anlage müsste nicht vor anderen ''Liebhabern'' geschützt oder bewacht werden
- es gibt keine Umweltbelastung mit Ölen oder Abgasen
- es gibt keine Probleme mit der Bedienung
Der Wasserdruck müsste nach ersten technischen Kalkulationen sogar dafür reichen, eine Turbine zur Erzeugung kleiner Strommengen anzutreiben. Dieser Strom könnte vor allem für Kommunikationsgeräte, die in Notfällen in so einer abgelegenen Bergregion lebensrettend sein können, für die Schreinerei, die Schulen oder Musik in der Kirche genutzt werden.
Material wollen wir, soweit es möglich ist, in Tansania kaufen, um die heimische Wirtschaft zu fördern. Schön wäre es, wenn die Gemeinden Ibungu und Rhein-Main die Leitung gemeinsam in Eigenleistung bauen könnten. Die Selbstbeteiligung am Bau würde Kosten sparen und die Menschen hätten neben dem technischen Verständnis für die Wasserleitung auch das Erlebnis, etwas gemeinsam geschaffen zu haben. Für uns wäre der gemeinsame Bau eine Möglichkeit, aktiv Einblicke in den afrikanischen Alltag und die Arbeitsweisen zu bekommen. Das gemeinsame Projekt würde die Menschen hier und dort verbinden.
Wir sind dankbar für jede Form von technischer, fachlicher, finanzieller und ideeller Unterstützung.
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